Der finale Punkt

Ich sitze in der Sonne, trinke Gin&It (2 Teile Gin, 1 Teil Vermouth Rosso + ausgepresster Orangenschnitz) und lese.
Das ist genau das, was mir reicht und was ich will.
In der Sonne sitzen, trinken und lesen. Für den Rest meines Lebens. Dazu noch schreiben und fertig.

Das könnte ich so machen bis ich sterbe. Die Frage ist nur, wie ich diesen finalen Punkt definiere?
Als unvorhersehbares Ereignis oder einfach als Ende meiner für diesen Lebensstil notwendigen Resourcen.

Was wäre, wenn die Resourcen nicht enden bis das unvorhersehbare Eintritt, weil sich alles perfekt zusammenfügt durch das erste Mal bedingungsloses Leben ohne Angst und unnötige Sorgen?
Das Dilemma des Todkranken. Die Terminierung des eigenen Verschwindens als Befreiung und der Beginn der Leichtigkeit des Seins.

Wer nichts mehr will, hat Alles.

Nietzsche->Steiner->Lauterbach

Mein Intellekt wurde noch nie so oft beleidigt wie die letzten Monate, absolute Spitzenstellung nehmen Politiker ein (dicht gefolgt von Journalisten).
Es geht nicht nur mir so und bei Gesprächen mit Anderen fühle ich die völlige Hilflosigkeit gegenüber dieser offensiven und (scheinbar nicht für alle) offensichtlichen Widersprüchlichkeit und Ignoranz, die unsereins vor Scham und Selbstläuterung tausend Tode sterben lassen würde.

Dann fiel mir ein Zitat Rudolf Steiners ein.
Wie komme ich jetzt auf Rudolf Steiner? Ganz einfach, als Nietzsche Besessener weiß ich natürlich, das Steiner von Nietzsches Schwester, die philosophisch völlig ungebildet war, als ihr persönlicher Philosophie Lehrer eingestellt wurde und sogar Herausgeber im Nietzsche Archiv werden sollte (was dieser ablehnte).
Rudolf Steiner beschreibt in seiner Erfahrung mit Elisabeth Förster-Nietzsche perfekt den Typus des narzisstischen, machthungrigen Politikers und gibt uns damit einen Teil einer Erklärung für das was uns/mich täglich beleidigt:

„… Frau Elisabeth Förster-Nietzsche fehlt aller Sinn für feinere, ja selbst für gröbere logische Unterscheidungen; ihrem Denken wohnt auch nicht die geringste logische Folgerichtigkeit inne; es geht ihr jeder Sinn für Sachlichkeit und Objektivität ab. Ein Ereignis, das heute stattfindet, hat morgen bei ihr eine Gestalt angenommen, die mit der wirklichen keine Ähnlichkeit zu haben braucht, sondern die so gebildet ist, wie sie sie eben zu dem braucht, was sie erreichen will.
Ich betone aber ausdrücklich, dass ich Frau Förster-Nietzsche niemals im Verdachte gehabt habe, Tatsachen absichtlich zu entstellen, oder bewusst unwahre Behauptungen aufzustellen. Nein, sie glaubt in jedem Augenblick, was sie sagt.
Sie redet sich heute selbst ein, dass gestern rot war, was ganz sicher blaue Farbe trug.“
( aus: Rudolf Steiner – „Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit“)

Und wer soll es mit solchen Personen aushalten außer „gleichgesinnte“, was die Planlosigkeit und Berater/Konzern-Hörigkeit der Politik quasi a priori erklärt…

Satz des Tages

„Eine intelligente Diktatur ist mit lieber als eine verblödete Demokratie“

Klang am Anfang recht nett, großartig, provokativ, ist aber bei genauer Be-
trachtung extrem widersprüchlich oder zumindest fragwürdig.
Erstens stellt sich die Frage der ‚Intelligenz‘, die ich nicht objektiv beant-
worten kann, also nur Blickwinkel ist und bleibt und was wenn mein Blick-
winkel sich ändert?
In der Demokratie habe ich wenigstens theoretisch die Möglichkeit der Än-
derung oder des aus-dem-Weg-gehens. In der Diktatur bleibt nichts als Ka-
pitulation.
Schöner Satz, nicht viel Substanz, eigentlich genau das Richtige um mit der
Masse in einer verblödeten Demokratie Geld zu verdienen…