Opfer

„…alle Dinge, für welche wir Opfer gebracht haben, sind im Recht.
Letzteres erklärt zum Beispiel, weshalb ein Krieg, der wider Willen des Volkes begonnen wurde, mit Begeisterung fortgeführt wird, sobald erst Opfer gebracht sind.“
Friedrich Nietzsche
„Menschliches, Allzumenschliches“ „229-Maß der Dinge bei gebundenen Geistern.“

Und damit ist die derzeitige Situation auf den Punkt gebracht.
Der „gebundene Geist“ wird sich niemals eingestehen, dass die Opfer unnötig und überflüssig waren, das Begeisterte immer extremere Opfer bringen bis zum erlösenden Zusammenbruch bleibt der einzige gangbare Weg.

Punkte

Wendepunkte, Endpunkte, Startpunkte, wir brauchen diese Zeitpunkte um uns eine Möglichkeit zum Wechsel bzw. zur Änderung einreden zu können.
Der Kalender und das Leben sind dankenswerterweise vollgestopft damit. Die Euphorie dieser Momente hält uns meist bis zum Nächsten über Wasser.
Oft auch nicht, doch dann zieht uns die Hoffnung durch den Dreck bis zur nächsten Selbstillusion.
Suchtverhalten genau betrachtet, Abhängigkeit.
Darum verstehen sich die Meisten und darum ist das entgegengebrachte Unverständnis für die Ausgerissenen so vehement, sind sie doch eine permanente Erinnerung.

Wochenendlichkeit

Heute Montag, nach drei Tagen Zusammensein mit Freunden.
Richtigen Freunden, vielleicht fürs Leben, vielleicht nur eine temporäre Überdeckung der Lebensumstände, was aber im Angesicht der wunderbaren Tiefe der Augenblicklichkeit völlig irrelevant ist.

Heute Montag bin ich alleine und fühle mich ungeschützt den Widrigkeiten des brutalen und kaputten gesellschaftlichen Lebens ausgesetzt, muss mich absondern, einhüllen in mich selbst um die Verletzlichkeit der wochenendlichen Offenbarungen nicht zur Ausgeliefertheit nach außen zu präsentieren.

Die Schakale riechen Verletzlichkeit und geifern nach Blut um die eigene hässliche Fratze innerlich mit mir auszugleichen.
Für ein weniger misanthropisches Bild fehlt mir im Moment das Vertrauen und ich bin froh über diesen Tag Auszeit bevor ich mich wieder durch die aus monetärem Zwang notwendige Selbstgeißelung quäle.

Todsicher

Woher oder Warum diese panische Angst vor dem eigenen Tod oder dem eines geliebten bzw. nahestehenden Menschen, die so offensichtlich in dieser Corona Zeit überall zu Tage tritt.
Wir sterben.
Das ist eine unumstößliche Tatsache.
Nach der Geburt ist dies das nächste todsichere Ereignis.

Scheinbar ist es heute nicht OK. Morgen auch nicht. Übermorgen? Oder nächstes Jahr? Wann? Wann ist der Tod richtig, wann darf er kommen?

Es scheint mir, je weniger ein Mensch lebt, je weniger er aus sich heraus handelt, desto aggressiver die Angst vor dem Tod.
Handlungen werden aufgeschoben, morgen, irgendwann, es bleibt ja Zeit, das „Carpe Diem“ Wand Tattoo reine Dekoration.

Wer macht Euch glauben, dass das was ihr heute nicht könnt, Morgen können sollt?
Wie kommt ihr auf diese schwachsinnige Idee?

Jetzt oder lasst es, aber tut nicht so als wäre der Tod eine Überraschung…

Karmaschleife

Stell Dir vor Du kommst zur Welt und Deine reinkarnierte Seele ist einen kleinen Moment, die ersten Minuten noch bei vollem Bewusstsein, sieht wo sie sich befindet, den neuen Anfang einer Hölle auf Erden.
Das Schreien und Weinen ist die einzig adäquate Begrüßung die bleibt, außer wir haben es mit einer alten, unzählbar wiedergeborenen Seele zu tun, die den Schmerz zu schätzen weiß und still lächelnd die Herausforderung annimmt.

Ewige Wiederkehr

Nach etwas mehr als zehn Tagen Unterwegs sein wieder zu Hause.
Bis vor kurzem auch alles ganz OK.
Jetzt frage ich den über mich brechenden Alltag was er denn dauernd von mir will und ob er mich nicht endlich in Ruhe lassen könnte.
So.
Der Tag ist noch am werden, also noch nicht kaputt. Die Pflichten des rechtschaffenen Bürgers lauern an jeder Ecke auf mich und ich stelle mich taub.

schöpferischer Höhepunkt

Was denke ich beim Schreiben, was ging in meinem Kopf vor bei bestimmten Texten?
Fragen, die mir oft gestellt werden und auf die ein einfaches „Nichts!“ als Antwort von mir bleibt.

Frei nach Albert Camus geht notwendigerweise das bzw. mein Denken dem Schöpferischen voraus. Denken ist quasi mein Dauerzustand, ich denke und denke und dabei die meiste Zeit belangloses oder immer gleiches in unzähligen Variationen.

Aber dieses permanente Denken und mit mir selbst reden ist die notwendige Bedingung für den schöpferischen Akt bei dem ich dann im besten Falle nicht denke und einfach mache.

Etwas esoterisch kann ich sagen, das Universum spricht durch mich.
Ich kann aber auch einfach sagen, die ganze Denkerei ist das Vorspiel für den schöpferischen Orgasmus! *
Schön Gell….

* und wenn ich beim Tun anfange zu denken, dann wird es leider ein vorgetäuschter, den allerdings, wie im echten Leben, die Wenigsten bemerken.

Gehirn des Monats

Es gab schon öfter Momente in denen mir alles Geschaffene sinnlos und überflüssig vorkam und mir das Bedürfnis das Ganze zu verbrennen und nie wieder irgendetwas Kreatives auszudrücken als einzige Möglichkeit weiter zu existieren richtig erschien.

Die schiere Bedingungslosigkeit dieser Gedanken und das Wissen, dass es fast jedem großen Künstler mindestens ein mal im Leben genau so erging, ließ mir aber aufgrund der erbarmungslosen Logik und der daraus entstehenden selbst erfüllenden Prophezeiung keine andere Wahl als weiter zumachen…

Vorsicht zerbrechlich

Das System ist zerbrechlich wie eine ungebrannte Tonschale.
Das ist Alles um was es die letzten Wochen ging.
Klopapier und Erntehelfer ließen unsere Politiker in Fieberträumen zurück und sie mussten entschieden handeln um die eigene Zukunft zu retten.
Jeder ist sich Selbst der Nächste und da Politiker sich nur äußerlich unterscheiden hatten wir einen ganzen Haufen Nächster und Selbiger.

Aus diesem Grund lief es wie eine gut geölte Maschine. Es waren und sind keine offenen Worte nötig, dieser Haufen wurde zu Einem und konnte bzw. kann nur so wieder glücklich Schlafen. Mission accomplished.
Das ist Alles.
Mehr bleibt nicht, mehr wäre das Suchen nach Intelligenz wo es nur um Instinkt und puren Überlebenswillen geht.
Das ist wirklich Alles.

Darum muss jeder Versuch scheitern das politische Handeln in Bezug auf Covid-19 zu erklären. Es hat schlicht und ergreifend nichts damit zu tun. (seit wann kümmert sich die Politik um unser Wohlergehen und unsere Gesundheit?)
Überall auf der Welt.
Fast könnte man glauben eine Höhere Macht oder ein versteckter, tatsächlich intelligenter, Systemlenker im Hintergrund oder was auch immer hat uns gnädigerweise, kurz bevor schlimmeres passieren konnte, Klopapier eingeflüstert und damit mehr Leben gerettet als eine Krankheit jemals hätte kosten können.

Die Masse konnte mit dem Verlust von Klopapier umgehen, keiner kam auf die Idee seinen Nachbarn zu zerfleischen sondern bat ihn leicht verschämt um eines.
Die Politiker hatten Zeit aufzuwachen und ihre Figuren in Stellung zu bringen. Den Rest bezeichne ich schon jetzt als Geschichte.

Vielleicht sollten wir alle froh sein….