Betrachter

Unikat auf Holz 30x30cm – 90€
„In der Welt zu leben, als sei es nicht die Welt, das Gesetz zu achten und doch über ihm zu stehen, zu besitzen, als besäße man nicht, zu verzichten, als sei es kein Verzicht –
alle diese beliebten und oft formulierten Forderungen einer hohen Lebensweisheit ist einzig der Humor zu verwirklichen fähig.“
Herrmann Hesse – Der Steppenwolf

Im diesem Sinne gutes neues Jahr 😏

Soundtrack ins Bodenlose…

Zu genießen im Auto.
Als erstes mit der verschwindenden Sonne, die 9:37 Minuten so getimed, dass am Ende die Sterne zu sehen sind, „Venice Bitch“ von Lana del Rey.
Wenn die Dunkelheit überwiegt und das letzte Rot verschluckt hat folgt die nächsten 8 Minuten Levin goes Lightly mit „Speedways“.
Kurz vor dem Ende bitte einen Parkplatz ansteuern und je nach Laune den befreienden Rave um das Fahrzeug entweder mit „Born Slippy“ von Underworld oder „Feed your Head“ von Paul Kalkbrenner beginnen!
Danach mit Elektro Deiner Wahl fortfahren, ich empfehle z.B. „New Form III: Rave On Time“ von Charlotte de Witte

Resümee und mehr…

Samstag 16:00 und ich sitze zu Hause anstatt in den Wagenhallen in Stuttgart beim Kunstkaufhaus zu stehen und Aufmerksamkeit in welcher Form auch immer zu genießen.
An Alle die diesen Blog evtl. hin und wieder lesen und evtl. mich gerne heute in Stuttgart besucht hätten, ich bin nicht da, offensichtlich.
Kurz vor Veranstaltungsbeginn hat sich herausgestellt, dass, im Gegensatz zum letzten Jahr, kein Hund die Halle betreten darf. Punkt.
Kurze Beratung mit Diana und dann meinen Stand wieder abgebaut und nach Hause mit Lucky.

Nachdem meine Herbstveranstaltungen wirklich mies waren und ich dummerweise begonnen habe an mir zu zweifeln anstatt an der ganzen Menschheit oder wenigstens den Besuchern, diente diese letzte Veranstaltung ein kleines bisschen als Hoffnungsschimmer…

Irgendwie wird es weitergehen, keine Ahnung wie aber irgendwie.
Die Finanzierung der nächsten Veranstaltungen steht in den Sternen und ohne Veranstaltung, rausgehen, Menschen berühren, macht es keinen Sinn.
(Mein Online Shop hatte das ganze Jahr 2023 zwei Bestellungen)
Trotzdem werde ich nicht aufgeben, ich kann nicht!

Immer wieder werde ich gefragt ob ich von meiner Kunst leben kann.
Die Antwort ist ganz einfach:
Ich kann und will nicht mehr ohne meine Kunst leben, der Rest Nebensache…

‚Je stärker der Gegenwind, desto schräger kann ich denken ohne umzukippen!“

Konversations-Choreographie

Die ritualisierte Konversations-Choreografie innerhalb der temporär zusammengewürfelten Herde.
Abtasten, annähern, beobachten, verstecken, aus dem Weg gehen…
Kichern und lachen als sozial verträgliche Form des Zähne zeigens.
Frei ist keiner und will keiner sein.
Urteilsfrei und Verurteilungsfrei.
Sein.
Sein und Sozialisierung schließen sich aus beim Menschen.
Es gibt nur die Annäherung in eine der beiden Richtungen.
In der Mitte die Hölle.
Je weiter links oder rechts, desto angenehmer die Existenz.
Die ganz verrückten pendeln hin und her, stecken in der Mitte fest von Zeit zu Zeit.
Wie ich.
Vielleicht ist das auch gar nicht verrückt sondern normal, da verrückt immer das Gegenteil dessen ist, was alle machen, ist es aber egal.
Wohlfühlen ist Kapitulation vor dem Leben.
Wohlfühlen muss weh tun.

Schwer Ich

Holz hinter Siebdruckrahmen 53x43cm – Spray, Tusche, Transferdruck, Lackstift

Mein Kopf schon etwas schwer vom Wein, meine Stimmung gut.
Im Kopfhörer Musik, emotionales Stilchaos, Katalysator für Alles was sonst auf dem Weg nach oben irgendwo stecken bleibt und meist den Hals oder Magen verstopft, zudrückt um in der Beschäftigung mit diesem Schmerz Befriedigung zu finden, die nicht lange hält dafür mit Wucht ablenkt.
Jetzt nicht.
Der Wein schmeckt, der Raum vertraut. Frisch geduscht das alte angenehme Gefühl eines geborgenen Samstag Abends.
Dass ich jetzt alleine hier sitze, mit einem Glas Wein, Musik und zufrieden bin ohne melancholisches rumgeheule erstaunt mich inzwischen nicht mehr.
Diese Zeiten sind vorbei, im Gegenteil sind diese Abende eine Quelle unendlich sprudelnder Zuversicht und ich hätte Lust allen Menschen denen ich jemals begegnete, Einem nach dem Anderen an diesem Abend gegenüber zu stehen und mit Mir zu überschütten.
„Schaut mich an wie ihr wollt, sagt was ihr wollt, es gibt nur mich ohne den ganzen Quatsch meines Lebens, der Euch in die Hände spielt.
Vergesst es, ich liebe Euch trotzdem, weil ich mich genau deshalb liebe an diesem Abend mit etwas schwerem Kopf aber mehr Ich als ihr jemals verkraften werdet.“

Katalog Unikate

Ich habe mich entschlossen meine Kataloge mit einem Unikat-Einband auszustatten.
Die alten Umschläge gefielen mir einfach nicht mehr bzw. waren mir zu langweilig…

Wie beim Fliesenbuch „Auf der Suche nach dem letzten Wenn…“ sind deshalb jetzt alle Ausgaben fortlaufend nummeriert und signiert.
Die ersten Sechs findet ihr hier und natürlich auf meinen Shop!
https://shop.frank-hummel.de/product-category/katalogunikate

Das Buch ist wirklich großartig geworden und mit dem Unikat-Einband ein echtes Schmuckstück, ich schwöre! 😁

Verloren

Fliese 15x15cm – Transferdruck, Tusche

Den Text habe ich unter dem Lampion und an der Mauer, die auf dem Bild zu erahnen ist, geschrieben.
Anfangs nicht ganz sicher ob ich diese Fliese veröffentlichen will, reichte schließlich der eindeutige Kommentar meines Lieblingsmenschen „Ja, das bist Du manchmal…“ zu diesem Text um alle Zweifel zu zerstreuen…

Urlaub

Halb sitzend, halb liegend starre ich auf das immer noch dunkle Grün der Hügel.

Es ist nicht warm aber auch nicht kalt, der Wind immer im richtigen Moment zur Stelle, im Schatten scheint die Welt in Ordnung.

Manchmal denke ich an die nächsten Tage, meistens denke ich zusammenhangloses. Eine Wespe brummt mich an und verschwindet ins Nichts.
Was mich zu dem bewegt, das ich mein Leben nenne ist genauso im Nichts verschwunden.

Die Kompliziertheit des Alltags kümmert mich kaum mehr, was wahrscheinlich daran liegt, dass hier im Grün noch kein Alltag entstehen konnte und ich weiß, dass bevor er entstehen kann, ich wieder auf dem Weg in den tatsächlichen Alltag bin, womit alles irgendwie OK ist.

Trotz dieser Erklärung genieße ich die Zeit, denn so leicht wird es lange nicht mehr werden…